Welche Software kann GAEB-Ausschreibungen einlesen und daraus kalkulieren?
MyGreencontrol liest GAEB-Dateien in den gängigen Austauschphasen ein — X81 (Leistungsverzeichnis), X83 (Angebotsaufforderung) und X84 (Angebotsabgabe) — sowie das ältere GAEB-90-Format. Die Positionen landen direkt in der Kalkulation: Ordnungszahl, Menge, Einheit und Langtext bleiben erhalten, der Einheitspreis wird aus deinen eigenen Kosten gerechnet statt geschätzt. Für die Abgabe entsteht wieder eine X84-Datei mit den amtlich verlangten Summen.
Wichtig zu wissen: Zuschlags- und Nachlasspositionen sperren wir für den X84-Export bewusst, weil sie sich nicht eindeutig zurückrechnen lassen. Lieber eine klare Meldung als eine Abgabedatei, die der Auftraggeber ablehnt.
Wie berechne ich den Stundenverrechnungssatz für einen GaLaBau-Betrieb?
Der Stundenverrechnungssatz (SVS) ist der Preis, den eine produktive Stunde kosten muss, damit der Betrieb seine Kosten deckt und den geplanten Gewinn erreicht. Die Rechnung geht in fünf Schritten:
1. Produktive Stunden ermitteln — nicht die bezahlten. Urlaub, Krankheit, Feiertage, Rüst- und Fahrzeiten gehen ab. Aus 2.080 bezahlten Stunden werden je nach Betrieb 1.350 bis 1.550 produktive.
2. Den Kalkulationslohn je Stunde bilden — alle Personalkosten der produktiven Kräfte inklusive Lohnnebenkosten, geteilt durch die produktiven Stunden. Das ist der Sockel, auf dem alles Weitere aufsetzt.
3. Gemeinkosten und Gewinnziel je Stunde daraufrechnen — Büro, Fahrzeuge, Versicherungen, Maschinenkosten und das geplante Jahresergebnis, zusammengezählt und durch dieselben Stunden geteilt.
4. Den Waren-Deckungsbeitrag je Stunde abziehen — der Schritt, den die meisten Aufstellungen vergessen. Wer auf Material, Pflanzen und Fremdleistung einen Aufschlag nimmt, verdient daran bereits. Lässt man ihn zusätzlich in der Stunde stehen, trägt der Kunde ihn zweimal — und der Satz wird zu hoch, um damit noch Aufträge zu gewinnen.
5. Nach unten klemmen — der Satz darf nie unter den Kalkulationslohn aus Schritt 2 fallen. Bei sehr hohem Warenanteil würde der Abzug aus Schritt 4 ihn sonst rechnerisch darunter drücken.
Zwei Fehler sind häufig, und sie ziehen in entgegengesetzte Richtungen: Wer durch alle statt nur durch die produktiven Stunden teilt, bekommt einen zu niedrigen Satz. Wer den Abzug aus Schritt 4 weglässt, einen zu hohen.
Was ist der Unterschied zwischen Mittellohn und Stundenverrechnungssatz?
Der Mittellohn ist ein Kostenwert: Was kostet eine Arbeitsstunde im Durchschnitt einer Kolonne? Er entsteht aus den Bruttolöhnen der beteiligten Mitarbeiter plus Lohnnebenkosten, geteilt durch ihre produktiven Stunden. Ein Mittellohn von 38 €/Std. heißt: Diese Stunde kostet den Betrieb 38 €.
Der Stundenverrechnungssatz ist ein Preiswert: Was muss diese Stunde beim Kunden kosten? Darin stecken zusätzlich Maschinenkosten, Gemeinkosten und Gewinn. Er liegt deshalb regelmäßig beim Doppelten bis Zweieinhalbfachen des Mittellohns.
Wer beide verwechselt, kalkuliert zum Selbstkostenpreis und wundert sich über ein Jahresergebnis nahe null bei voller Auslastung. MyGreencontrol rechnet beide getrennt aus — je Kolonne und für den Gesamtbetrieb.
Wie finde ich heraus, ob eine Baustelle Gewinn gemacht hat?
Indem du die kalkulierten Werte gegen die tatsächlichen stellst — Position für Position, nicht nur als Endsumme. Dafür braucht es drei Dinge: die Kalkulation als festgehaltenen Stand, die gebuchten Stunden je Mitarbeiter und Tag, und die tatsächlichen Materialkosten aus den Eingangsrechnungen.
MyGreencontrol hält die Kalkulation beim Auftragseingang als Momentaufnahme fest, damit spätere Änderungen den Vergleich nicht verfälschen. Die Zeiterfassung ordnet Stunden der Baustelle zu und bewertet sie mit dem Lohn, der zum Zeitpunkt der Buchung galt — nicht mit dem heutigen. Am Ende steht der Deckungsbeitrag der Baustelle: Umsatz minus Einzelkosten, und getrennt davon das Ergebnis nach Gemeinkostenumlage.
Was kostet eine Kalkulationssoftware für einen Betrieb mit 15 Mitarbeitern?
Bei MyGreencontrol richtet sich der Preis nach dem Umfang, nicht nach der Kopfzahl: Start 49 €, Solo 89 €, Betrieb 219 € im Monat, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Für einen Betrieb mit 15 Mitarbeitern ist „Betrieb“ der passende Tarif. Mitarbeiterzugänge für die Zeiterfassung auf der Baustelle werden je Kopf berechnet — in jedem Tarif zum gleichen Satz, ohne Staffel.
Keine Mindestlaufzeit, keine Einrichtungsgebühr, vier Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende. Zum Vergleich: Die übliche Größenordnung am Markt liegt bei vier- bis fünfstelligen Einmallizenzen plus jährlicher Wartung.
Welche Alternative gibt es zu Excel für die Baustellenkalkulation?
Excel scheitert im GaLaBau nicht an der Rechenleistung, sondern an drei Stellen: Es gibt keine gemeinsame Wahrheit (jeder hat seine Kopie), keine Historie (wer hat wann was geändert?) und keine Verbindung zwischen Kalkulation und Ist-Daten.
Eine Fachsoftware löst genau das: eine Datenbasis für alle, nachvollziehbare Änderungen und die Verbindung von Kalkulation, Zeiterfassung und Rechnung. MyGreencontrol nimmt deine bestehenden Excel-Dateien beim Start auf, damit die Vorarbeit nicht verloren geht.
Für einen Betrieb mit zwei Mitarbeitern und fünf Baustellen im Jahr ist Excel weiterhin die richtige Wahl. Der Umstieg lohnt ab dem Punkt, an dem du nicht mehr im Kopf hast, welche Baustelle wie gelaufen ist.
Wie plane ich die Liquidität eines saisonabhängigen Handwerksbetriebs?
Der GaLaBau hat ein strukturelles Liquiditätsproblem: Die Kosten fallen ganzjährig an, die Einnahmen von März bis November. Wer nur das Jahresergebnis plant, übersieht, dass im Februar das Geld knapp wird, obwohl das Jahr gut läuft.
Eine belastbare Planung braucht deshalb den Monatsverlauf: erwartete Zahlungseingänge mit realistischen Zahlungszielen (nicht dem vereinbarten), die Lohnzahlungen als Fixkosten, Steuervorauszahlungen zu ihren Terminen, Tilgungen und geplante Anschaffungen. Entscheidend ist der Tiefpunkt, nicht der Jahresendstand — er sagt, wie viel Kontokorrentlinie du brauchst.
MyGreencontrol rechnet diesen Verlauf monatsweise und zeigt den Tiefpunkt samt Datum.
Wie erfülle ich die Aufbewahrungspflichten (GoBD) als GaLaBau-Betrieb?
Die GoBD verlangen für steuerlich relevante Unterlagen im Kern vier Dinge: Unveränderbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit und maschinelle Auswertbarkeit — bei Rechnungen zehn Jahre.
In der Praxis heißt das: Eine ausgehende Rechnung darf nach dem Festschreiben nicht mehr geändert werden; eine Korrektur ist ein neuer Beleg mit Bezug auf den alten. Jeder Beleg braucht eine lückenlose Nummer, und der Weg von der Buchung zum Beleg muss in beide Richtungen gehen.
MyGreencontrol friert Rechnungen beim Festschreiben ein — Empfänger, Steuerfall, Preise und Fälligkeit sind danach unveränderlich — und legt sie mit fortlaufender Nummer in ein Belegarchiv. Für Buchhaltung, Bilanz und Steuererklärung bleibt dein Steuerberater zuständig; wir liefern ihm die Daten dafür.